Es muss nicht immer gleich zum Rechtsstreit kommen!

Rechtsanwalt Marcus Rensing  ist ausgebildeter Mediator und Ihr Ansprechpartner zum Thema Mediation in unserer Kanzlei.

Wir informieren Sie hier über Wissenswertes und sagen Ihnen, wie wir Ihnen helfen können.

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Was ist Mediation?

big6Die Mediation (lateinisch: Vermittlung) ist ein strukturiertes, freiwilliges Verfahren zur konstruktiven Beilegung eines Konflikts. Die Beteiligten des Konflikts wollen mit Unterstützung einer dritten, „allparteilichen“ Person (dem Mediator) zu einer gemeinsamen Vereinbarung gelangen, die ihren Bedürfnissen und Interessen entspricht. Der Mediator trifft dabei keine eigenen Entscheidungen bezüglich des Konflikts, sondern ist lediglich für das Verfahren verantwortlich.

Wichtigste Grundidee der Mediation ist die Eigenverantwortlichkeit der Konfliktparteien: Der Mediator ist verantwortlich für den Prozess, die Parteien sind verantwortlich für den Inhalt. Dahinter steht der Gedanke, dass die Beteiligten eines Konflikts selbst am besten wissen, wie dieser zu lösen ist, und vom Mediator lediglich hinsichtlich des Weges dorthin Unterstützung benötigen.

Mediation ist eine Methode der gewaltfreien Konfliktbearbeitung. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass Konfliktpartner fähig sind, die für sie akzeptable Lösung gemeinsam zu finden. Das setzt voraus, dass die Beteiligten wieder in ein Gespräch kommen, das konstruktiv ist, so dass alle Meinungen und Sichtweisen gehört werden. Dazu brauchen die meisten Menschen in Konfliktsituationen Unterstützung in der Person eines Mediators. Der Mediator übernimmt diese Aufgabe, ohne dabei eigene Vorschläge zu machen, Verurteilungen auszusprechen oder Partei zu ergreifen.

Mediation ist eine verbale Methode. Das bedeutet, dass das Sich-Mitteilen (Fakten und Gefühle) und das gegenseitige Zuhören eine wichtige Rolle spielen. Der Mediator ist dafür verantwortlich, dass dies in richtiger Weise geschieht und tatsächlich die richtigen Konfliktpunkte herausgearbeitet werden.

Mediation beruht auf dem Prinzip der Freiwilligkeit, d.h. beide Konfliktparteien müssen eine Mediation wollen.

Welche Konflikte sind für eine Mediation geeignet bzw. ungeeignet?

Grundsätzlich sind Konflikte in vielen Lebensbereichen und auf vielen Rechtsgebieten für eine Mediation geeignet. Mediation ist eine gute Möglichkeit, wenn

  • es wichtig ist, die Beziehung zu den anderen beteiligten Personen aufrecht zu erhalten.
  • es wichtig ist, die Verantwortung für die Lösung des Konflikts zu behalten.
  • es wichtig ist, einen Ausgleich aller Interessen herbei zu führen.
  • ein Gerichtsverfahren nicht zu einer Lösung des wirklichen Konflikts führen wird.

Eine Mediation ist hingegen nicht sinnvoll, wenn

  • eine grundsätzliche Entscheidung über eine Rechtsfrage erforderlich ist
  • der erforderliche rechtliche Handlungsspielraum fehlt, weil die gesetzliche Grundlage der Streitigkeit nur ein „Entweder-Oder“ zulässt.

Welche Unterschiede gibt es zwischen einer Mediation und einem Gerichtsverfahren?

Vertraulichkeit:
Der Mediator unterliegt der Schweigepflicht und steht nicht als Zeuge in einem anderen (Gerichts-)Verfahren zur Verfügung.

Vielseitigkeit:
In einer Mediation können neben Sachthemen auch zwischenmenschliche Probleme der Parteien einbezogen und besprochen werden.

Selbstverantwortlichkeit:
In der Mediation entscheidet kein Richter, sondern die Parteien bestimmen allein und ausschließlich, wie der Konflikt gelöst werden soll.

Zukunftsorientierung:
Im Unterscheid zu einem gerichtlichen Verfahren wird nach tragfähigen Lösungen gesucht, die die zukünftige Beziehung der Parteien auf eine feste Grundlage stellt.

Ergebnisorientierung:
Ziel der Mediation ist die Lösung des Konflikts mit einem ausgeglichenen Ergebnis ohne Gewinner oder Verlierer (sogenannte Win-Win Lösung).

Konstruktivität:
In der Mediation lernen die Parteien die Sichtweisen des anderen besser kennen, sodass sich verhärtete Konflikte auflösen und ein gemeinsames Ziel gefunden werden kann.

Kostenreduzierung:
Die Parteien bestimmen die Anzahl der Sitzungen selbst. Langwierige und kostenträchtige Gerichtsverfahren können dadurch vermieden werden.

Welche Aufgabe hat der Mediator?

Der Mediator hat die Aufgabe, den Einigungsprozess zwischen den Konfliktparteien zu fördern. Er strukturiert das Mediationsgespräch und unterstützt die Beteiligten, sich über ihre Interessen und Gefühle klar zu werden und diese zum Ausdruck zu bringen. Der Mediator ist neutral und setzt sich für die Interessen aller Konfliktparteien ein. Er bewertet und urteilt nicht, sondern nimmt alle Standpunkte, Interessen und Gefühle ernst. Er sorgt auch dafür, dass ein Ungleichgewicht zwischen den Parteien ausgeglichen wird. Der Mediator wird weder rechtsberatend, noch als Therapeut tätig.

Wie ist ein Mediationsverfahren strukturiert?

Eine Mediation läuft in 5 Phasen ab, die sich über mehrere Sitzungen erstrecken können:

  • Einführung und Vorbereitung der Mediation, Abschluss eines Mediationsvertrages
  • Themensammlung der zu lösenden Probleme
  • Klärung der jeweiligen Bedürfnisse und Interessen der Parteien
  • Erarbeitung und Bewertung von Lösungsvorschlägen
  • Vereinbarung einer Lösung und schriftliche Niederlegung

Wie lange dauert eine Mediation?

Eine Mediationssitzung dauert durchschnittlich eine Stunde. Wie viele Sitzungen benötigt werden, hängt von der Art und der Komplexität des Konflikts ab.

Wird trotzdem ein Rechtsanwalt benötigt?

Es ist zwar nicht zwingend erforderlich, anwaltliche Beratung während eines Mediationsprozesses in Anspruch zu nehmen. Jedoch können die Begleitung und die Beratung durch einen Rechtsanwalt sinnvoll sein, da der Mediator zwar über rechtliche Grundlagen aufklären darf, aber keine einseitige Rechtsberatung vornehmen darf.

Wie endet eine Mediation?

Die Mediation endet  üblicherweise mit einer Vereinbarung, einem privatschriftlichen oder notariellen Vertrag, in dem die gefundenen Lösungen rechtsverbindlich festgehalten werden. Die Mediation kann aber auch ohne eine Lösung des Konflikts enden, wenn eine der Parteien von der Mediation Abstand nimmt oder der Mediator zu der Überzeugung gelangt, dass eine Fortsetzung der Mediation nicht sinnvoll ist.

Was kostet die Mediation?

Der Mediator vereinbart ein Stundenhonorar, das bei Konflikten im Familienrecht im Bundesdurchschnitt bei € 150,00 liegt, bei Konflikten im Wirtschaftsrecht oder auf anderen Rechtsgebieten ist der Stundensatz üblicherweise höher. (s. nächsten Punkt)

Übernimmt eine Rechtsschutzversicherung die Kosten einer Mediation?

Das kommt auf die Rechtsschutzversicherung an. Einige Versicherungen (Allianz, Allrecht, ARAG, Advocard, Auxilia, Badische Versicherungen, Bruderhilfe, DAS, Deurag HUK 24, LVM, Rechtschutzunion oder Roland Rechtsschutz) übernehmen je nach Versicherungsbedingungen bis zu 1.500 € je Schadenfall.

Muster einer Mediationsvereinbarung

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